Verschtanden.

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Kunstprojekt “Die Guillotine” - Krank oder genial?

Einige werden davon sicher mitbekommen haben: Zwei Berliner Kunststudenten haben eine originalgetreue Guillotine nachgebaut und riefen im Internet unter www.die-guillotine.com zur Abstimmung auf. Geköpft werden soll dabei jedoch keine Mohrrübe oder ähnliches, sondern nicht viel weniger als ein lebendiges Schaf (namens “Norbert”).

Die Menschen  in Deutschland und der ganzen Welt sind entrüstet. Darf man als Künstler in einem Kunstprojekt Tiere töten? Dieser Gedanke ist grundsätzlich nicht neu. Neu ist allerdings, dass die Menschen selber über das Schicksal des Schafs entscheiden können und das Zwischenergebnis überrascht, denn es ist bei weitem nicht so deutlich, wie man vermuten mag.

Die zwei Studenten sehen in der Guillotine ein perfektes Symbol für unsere Gesellschaft und wollen mit diesem Experiment ein Abbild der heutigen Demokratie und dem damit verbundenen Verständnis selbiger erzeugen.

Ich denke, dass dieses Bild durchaus sehr gelungen ist und die vielen Hasskommentare bei Facebook oder Youtube zeigen, dass viele Menschen das Projekt nicht zu verstehen scheinen und nicht in der Lage sind, die Übertragung von der Guillotine zum eigentlichen Sujet, der Demokratie in unserem Land, zu vollbringen. Der Aufschrei ist vermutlich auch deshalb so groß, weil es sich um ein vermeintlich süßes Schaf handelt, dass ohne Grund hingerichtet werden soll. Vergessen wird dabei nur der Fakt, dass es in keinster Weise die Absicht der Künstler ist, das Schaf zu töten. Sie überlassen diese Entscheidung bewusst den Menschen, andernfalls hätte dieses Experiment keinen Wert.

Außerdem stellt sich mir die Frage, wo bei der Tötung des Schafs bei entsprechender Meinungsmehrheit der Unterschied zu den heutigen Verhältnissen z.B. in der Massentierzucht besteht. Ist es dort nicht auch die Meinung der Bürger, ausgedrückt in der Nachfrage nach Fleisch, die unzähligen Tieren ein qualvolles Leben und schlussendlich den Tod beschert?

Ich finde jedenfalls, dass Kunst keine Grenzen haben darf. Das heisst nicht, dass ich sinnlose Tiertötungen gutheisse, auch nicht in der Kunst. Solange sich dies aber im Rahmen geltenden Rechts bewegt, mag man es ethisch verwerflich finden. Den Künstlern aber mit dem Tod zu drohen, wie vielfach geschehen, halte ich für stark überzogen und nicht angebracht. Und dass der allgemeine deutsche Bundesbürger -vielfach mit dem gleichsam treffenden wie pointierendem Begriff “Wutbürger” bezeichnet- in der Regel nicht viel für Abstraktion übrig hat, ist ja auch keine Neuheit.

Völlig unstrittig ist jedoch, dass die beiden ihr Hauptziel erreicht haben: Bekanntheit.

P.s.: Als Quelle findet ihr das offizielle Projektvideo!

Quelle: youtube.com

  • Vor 1 Jahr
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  1. howibecameagrunt hat geantwortet: schaf töten, 5 jahre bau, fernuni studium jura, urteil anfechten => millionär werden. wär doch lust
  2. von verschtanden gepostet

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